Das Turiner Grabtuch

Aug 6, 2006   //   by Ulrich Stamm   //   Mystery  //  No Comments

Was ist das Turiner Grabtuch? Es handelt sich dabei um ein großes Tuch, welches sehr schemenhaft den kompletten Körper (sowohl von vorne als auch von hinten) eines Mannes als Negativbild darstellt.

Das Bild zeigt deutliche Spuren einer Kreuzigung, die denen entsprechen könnten, welche der Wanderprediger Jesus laut den Überlieferungen und den Beschreibungen der Bibel aufweisen müsste.

Spuren einer Dornenkrone, die Seitenwunde, Geißelspuren sowie Nagelwunden. Verwunderlich neben der Darstellung an sich ist der Umstand, das es sich bei der Abbildung um ein Negativ handelt. Setzt man die Abbildung fotografisch ins Positive, erhält man ein klar sichtbares Bild eines gekreuzigten Mannes.

Folgende Fragen stellen sich:
- Ist es wirklich das Grabtuch von Jesus Christus?
- Was ist wirklich beweisbar?
- Wieso ist es ein Negativbild?

Wenn jemand von sich behauptet ein Tuch zu besitzen, in welchem Jesus Christus nach seiner Kreuzigung gelegen haben soll, ist nach über 2.000 Jahren Skepsis angebracht.
Obwohl Wissenschaftler, vor allem christlichen Glaubens, immer wieder die Echtheit des Tuches bescheinigen, muss man sich doch ein bisschen mehr mit dem Stück Stoff vertraut machen….. Mittlerweile gibt es sowohl Gutachten, die besagen, das dieses Tuch echt ist, als auch entsprechende Gutachten dagegen.

Einige Fakten:
Vor einigen Jahren wurde ein so genannter C14- Test durchgeführt. Dabei wurde das Grabtuch mit drei unterschiedlichen Methoden untersucht. Es stellte sich -scheinbar- heraus, das der Stoff aus dem 14. Jahrhundert stammte, was genau dem Zeitraum entspricht, über den sich die Geschichte des Tuches zurückverfolgen lässt.

Auch im 14. Jahrhundert war das Thema Fotografie gänzlich unbekannt, damit allein erscheint die Herstellung eines Negativs sehr unwahrscheinlich. Weiterhin war es im 14. Jahrhundert auf allen Abbildungen üblich, die Kreuzigungsspuren in den Handflächen zu beschreiben und nicht, wie eigentlich richtig, im Handgelenk. Würde der Gekreuzigte an den Handflächen „aufgehängt“ würde er vom Kreuz fallen. Das Grabtuch weist aber die authentischen Spuren auf

Es gibt Darstellungen des Tuches aus der Zeit vor dem 14. Jahrhundert, in welchem deutlich Brandlöcher zu sehen sind, was nur bedeuten kann, dass das Tuch deutlich älter ist. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 6. Jahrhundert (Edessa und Konstantinopel). Im Jahre 1247 kam das Tuch nach Frankreich. 1357 landete es in der Stiftskirche Lirey und seit 1453 ist es im Privatbesitz des Hauses Savoyen.

1532 wurde es bei einem Brand beschädigt. Seit dem Jahre 1578 befindet es sich nun in Turin (daher Turiner Grabtuch).

Weiterhin spricht gegen eine „Herstellung“ im 14. Jahrhundert, das der eingebettete Körper nackt ist. Eine für damals absolut unmögliche Vorstellung einen Körper so abzubilden.
Bei einer Computeranalyse wurde im Tuch der Abdruck einer Münze von 29 n.Chr. entdeckt, was die Vermutungen über das reale Alter erhärten.

Die christliche Kirche steckt in einem Zwiespalt.
Wenn das Tuch echt ist und es den Körper von Jesus zeigt, kann es sich nicht um den Sohn des christlichen Gottes gehandelt haben. Am Tuch wurden Pflanzen und Öle gefunden, welche zur Behandlung von Verwundeten genutzt wurden und nicht für die damals übliche Einbalsamierung von Toten.

Weiterhin zeigen die Spuren kein geronnenes Blut, was bei einem Toten Körper die Regel ist. Wenn die Person die Kreuzigung also überlebt hat und es sich im Jesus gehandelt hat, steht die Widerauferstehungsgeschichte in einem völlig anderen Lichte dar.

Alles an den Haaren herbeigezogen? Es gibt überlieferte Fälle von Menschen, welche die Kreuzigung überlebten und gerettet wurden.

** UPDATE **

Im April 2010 haben neuerliche Untersuchungen bestätigt, das ein bisher geschätzter Herstellungszeitraum zwischen dem Jahr 1260 und 1390 durch Verunreinigungen der Probe zustande kamen.

Als aktuelles Herstellungsdatum gilt tatsächlich die Zeit in der Jesus Christus gelebt haben könnte.

(c) Ulrich Stamm

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